Obervellach im Mölltal
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Obervellach ist ein historischer Markt im mittleren Mölltal. Der geschlossene Ortskern liegt auf 686 Metern Seehöhe und bewahrt Bauten, die mit dem Gold- und Silberbergbau verbunden sind. Burgen, ein spätgotisches Kirchenensemble und die Geschichte der Tauernbahn zeigen, wie der Ort zwischen Bergbau, Verwaltung und Verkehr gewachsen ist.
Obervellach
Foto: Dagobert Wiedamann
Obervellach im Mölltal
- Obervellach ist der zentrale Ort im mittleren Mölltal; der geschlossene Ortskern liegt auf 686 Metern.
- Der Ortsname erscheint in einer Urkunde des 10. Jahrhunderts als „velach“ beziehungsweise „Vellach“.
- 1256 wird Obervellach erstmals als Markt bezeichnet.
- Gold- und Silberbergbau erreichten im 16. Jahrhundert ihre bedeutendste Phase.
- Ein Kupfervorkommen in der Großfragant wurde 1689 entdeckt; der Abbau dauerte bis 1923.
- Mit dem Bau der spätgotischen Pfarrkirche St. Martin wurde um 1490 begonnen; 1516 wurde sie geweiht.
Markt und Bergbaugeschichte
Die schriftliche Überlieferung von „velach“ reicht in das 10. Jahrhundert zurück. Als Markt wurde Obervellach 1256 erstmals bezeichnet. Der Edelmetallbergbau brachte dem Ort im 16. Jahrhundert seine wirtschaftlich wichtigste Phase. Kaiser Maximilian I. machte Obervellach 1509 zum Sitz des Oberstbergmeisteramtes für den Bergbau in Innerösterreich. In dieser Zeit entstanden repräsentative Häuser von Gewerken, die den Markt prägten.
Als der Gold- und Silberbergbau im 17. Jahrhundert zurückging, folgten wirtschaftliche Schwierigkeiten und wiederholte Überschwemmungen und Vermurungen. Ein Kupferfund in der Großfragant brachte 1689 neue Arbeit in die Region; der Abbau dort wurde bis 1923 betrieben. Diese Entwicklung vom Edelmetallzentrum zum Kupferrevier erklärt die Verbindung zwischen Ortsgeschichte und umliegenden Seitentälern.
Burgen und historische Bauten
Oberfalkenstein war 1164 Sitz der Görzer Grafen. Von der Burg aus dem 12. Jahrhundert sind noch Mauerreste und ein Bergfried erhalten. Unterfalkenstein war zunächst ein Vorwerk der höher gelegenen Hauptburg; der Name ist 1307 erstmals belegt. Die Anlage erhielt 1905 durch Ferdinand Kaltenegger ein historisierendes Aussehen. Burg Groppenstein liegt am Zusammenfluss von Mallnitzbach und Möll. Turm und Familie sind 1254 belegt; Wohn- und Wirtschaftsgebäude ergänzten die Anlage im 14. und 15. Jahrhundert. Auch Schloss Trabuschgen gehört zum baulichen Erbe aus der Bergbauzeit: Der ältere Gebäudeteil entstand im 15. und 16. Jahrhundert, 1692 erwarb Hans Adam Stampfer von Walchenberg die Schlossanlage.
Das heutige Rathaus war einst Wohnsitz der Gewerkenfamilie Schlaminger. Das Oberstbergmeisteramt am Marktplatz erinnert an die Zeit, als die kaiserliche Bergbauverwaltung von Obervellach aus organisiert wurde. Der Ortskern verbindet damit Marktgeschichte, Verwaltung und Bergbauarchitektur.
St. Martin und die Mölltalregion
Die spätgotische Pfarrkirche St. Martin entstand ab etwa 1490 und wurde 1516 geweiht. Im 17. Jahrhundert erhielt sie eine barocke Innenausstattung; der Turm ist 57 Meter hoch. Zu ihrem Kunstbestand zählen drei Tafelbilder von Jan van Scorel, die 1519 und 1520 im Auftrag der Familie Lang von Wellenburg-Frangipani entstanden.
Obervellach ist seit 2005 Nationalparkgemeinde der Hohen Tauern. In der weiteren Mölltalregion markiert Mallnitz die Landschaft dreier Seitentäler; Flattach verbindet die Raggaschlucht mit dem Hochgebirge. Beide Orte gehören mit Obervellach zum Mölltal und Oberen Drautal.
Häufige Fragen zu Obervellach
Was war die Bruderlade?
1537 wurde sie eingerichtet, um soziale Ausgaben der Bergarbeiter abzusichern. Jeder Knappe zahlte monatlich einen Kreuzer je Gulden seines Lohns ein. Die Bruderlade gilt als frühe Form gemeinschaftlicher Sozialversicherung.
Wann wurde der Bahnhof Obervellach eröffnet?
1909 wurde die Südrampe der Tauernbahn mit dem Bahnhof Obervellach feierlich eröffnet. Der 8,55 Kilometer lange Tauerntunnel war ein technisches Kernstück der Querung der Hohen Tauern.