Wolfsberg an der Lavant
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Wolfsberg liegt an der Lavant zwischen Fluss, Altstadt und Schlossberg. Als bambergisches Verwaltungszentrum des oberen Lavanttals entwickelte sich die Stadt zu einem Markt- und Gewerbeort; Weinbau und später die Verarbeitung von Eisenerz prägten ihre Wirtschaft.
Wolfsberg, Sonnenaufgang im Winter
Foto: Dagobert Wiedamann für Kaernten-Netz
Wolfsberg zwischen Lavant und Schlossberg
- Die Altstadt liegt zwischen dem Schloss Wolfsberg und der Lavant, dem namensgebenden Fluss des Tals.
- Wolfsberg war 752 Jahre lang bambergisch; 1331 erhielt der Ort das Stadtrecht.
- Das Schloss wurde 1178 erstmals urkundlich erwähnt und im 19. Jahrhundert im englischen Tudorstil erneuert.
- Der Hohe Platz bewahrt Bürgerhäuser mit spätgotischen Portalen, Renaissancefenstern und Laubengängen.
- St. Markus, Reckturm, Rathaus und Schloss Bayerhofen erzählen unterschiedliche Kapitel der Stadtgeschichte.
Warum Wolfsberg zum Zentrum des Lavanttals wurde
Die Lavant verbindet die Orte des Tals und gab ihm seinen Namen. Handelswege über die östlichen Kärntner Sättel machten die Lage für Verkehr und Versorgung bedeutend. Im Mittelalter gehörten Wolfsberg und das obere Lavanttal lange zum Hochstift Bamberg. Die Stadtmauer und ihre Befestigungen schützten den wachsenden Ort; von der einstigen Anlage blieb unter anderem der Reckturm erhalten. Das Paurische Haus erinnert an die Verwaltung durch die Bamberger, während der Hohe Platz die bürgerliche Stadtentwicklung sichtbar macht.
Mit dem Stadtrecht von 1331 gewann Wolfsberg als Handels- und Gewerbeort an Gewicht. Landwirtschaft und Weinbau gehörten zu den frühen wirtschaftlichen Grundlagen; später brachte die Verarbeitung von Eisenerz aus dem oberen Tal zusätzliche Arbeit und Wohlstand. Diese verschiedenen Phasen erklären, warum Wolfsberg als Verwaltungs- und Marktzentrum zugleich ein Ort mit ausgeprägtem Handwerk und regionaler Industrie wurde. Das Lavanttal beschreibt die Landschaft zwischen Koralpe und Saualpe; Bad Sankt Leonhard und Sankt Andrä zeigen weitere Orte des Tals.
Plätze, Kirchen und Schlösser im Stadtkern
Am Hohen Platz stehen Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ihre spätgotischen Portale, Renaissancefenster und Laubengänge geben dem Platz sein vielschichtiges Erscheinungsbild. Das Rathaus entstand 1888 an der Stelle der früheren Heiligenblutkirche. Vom Platz führen kurze Wege zum Getreidemarkt mit Landrichterhaus und Reckturm, zur Stadtpfarrkirche St. Markus und hinauf zum Schloss.
Das Schloss Wolfsberg ist der weithin sichtbare Bezugspunkt der Stadt. Nach der Übernahme durch Hugo Henckel von Donnersmarck im Jahr 1846 wurde es durch die Architekten Johann Romano und August Schwendenwein im englisch-gotischen Tudorstil umgestaltet. Heute dient es als Kultur- und Ausstellungszentrum. Auf der anderen Seite der Lavant liegt Schloss Bayerhofen, dessen heutige Gestalt in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückreicht. Es war ein Schauplatz der Reformation und Gegenreformation; in den früheren Stallungen ist das Museum im Lavanthaus untergebracht. Der Ort Sankt Paul ergänzt diesen Blick auf Geschichte und Kultur im Lavanttal.
Die Stadt im Talraum der Lavant
Die Altstadt liegt an der Lavant, während Saualpe und Koralpe den Talraum einfassen. Die Siedlungen folgen der Flussachse; bewaldete Hänge steigen zu beiden Seiten an. Dieser Wechsel von Flussniederung, bebautem Talboden und Berglandschaft prägt den östlichen Kärntner Raum um Wolfsberg. Das Tal öffnet Wege zwischen den Gemeinden und verknüpft bäuerliche Flächen, Marktorte und Höhenzüge.
Häufige Fragen zu Wolfsberg
Was erinnert am Hohen Platz an die Pestzeit?
Die fünf Meter hohe barocke Mariensäule, auch Pestsäule genannt, wurde 1718 geweiht. Sie erinnert an die Marienverehrung und die Hilfe, die man in der Pestzeit erbat.
Was ist an der Stadtpfarrkirche St. Markus besonders?
Die Kirche wurde 1216 erstmals urkundlich erwähnt. Ihr Turm ist 72 Meter hoch; im Inneren bewahrt das Gotteshaus Zeugnisse sakraler Kunst.
Warum heißt die St.-Anna-Kapelle auch Bäckerkapelle?
Die Kapelle aus dem Jahr 1497 befindet sich im Besitz der Bäckerinnung. Ihr spätgotischer Flügelaltar gehört zu den bemerkenswerten Kunstwerken der Stadt.