Obir-Tropfsteinhöhle: Geschichte der Entdeckung
Die Obir-Tropfsteinhöhlen verbinden eine geologische Geschichte im Hochobir-Massiv mit dem Bergbau, der 1870 den Zugang zu den Tropfsteinräumen öffnete. Besucher erkunden einen 1,3 Kilometer langen Abschnitt des Gangsystems bei einer Führung; die Schauhöhle liegt auf 1.078 Metern Seehöhe nahe Bad Eisenkappel. Die Obir-Tropfsteinhöhlen zählen zu den Schauhöhlen Kärntens.
Obir Tropfsteinhöhle in Bad Eisenkappel
Foto: Sabine Wiedamann

Obir-Tropfsteinhöhle: vier historische Fakten
- 1870 stießen Bergleute beim Vortrieb des Markusstollens auf Tropfsteingebilde in einer Naturhöhle.
- 1894 und 1895 waren bereits rund zwei Kilometer Höhlenstrecke vermessen.
- 1903 erwähnte ein Fremdenverkehrsführer die Höhlen und beschrieb kurze Führungen.
- Im April 1991 wurden die ersten Besucher durch die Höhlen geführt.
Wie Bergbau zur Entdeckung führte
Die Höhlen liegen im Hochobir-Massiv bei Bad Eisenkappel, in den Karawanken. Dort wurde nach Blei und Zink gesucht. Als eine Sprengung im Markusstollen 1870 eine Öffnung freilegte, trafen die Bergleute auf eine schon vorhandene Naturhöhle. Die Arbeiten machten den unterirdischen Raum zugänglich und lenkten den Blick auf seine natürliche Ausstattung.
Die Vermessung von 1894 und 1895 zeigt, wie früh das System als weitläufig wahrgenommen wurde. Aufzeichnungen erfassten rund zwei Kilometer Strecke und 23 Zugänge in Stollen und Schächten. Der Fremdenverkehrsführer von 1903 überführte die Höhlen in eine touristische Beschreibung und erwähnte kurze Führungen. Zwischen der bergbaulichen Entdeckung und dem späteren Schauhöhlenbetrieb lagen damit mehrere Jahrzehnte, in denen die Räume dokumentiert und als Ziel bekannt gemacht wurden.
Geologie und Erschließung der Schauhöhle
Der Hochobir ist Teil der Karawanken. Die Obir-Höhlen liegen im Wettersteinkalk; Regenwasser dringt durch Klüfte und Spalten in den Berg ein, löst Kalk und transportiert gelöstes Calcium. Wenn sich die Bedingungen ändern, lagert sich das Calciumcarbonat wieder ab. Über lange Zeiträume entstehen so Höhlenräume und Tropfsteine. Stalagmiten wachsen vom Boden aufwärts, während Stalaktiten von der Decke herabhängen.
Das Gesamtsystem umfasst zwölf Höhlen und erstreckt sich über ungefähr fünf Kilometer. Der Besucherbereich bildet darin einen verbundenen Führungsabschnitt. Die Höhenlage von 1.078 Metern und die Einordnung in den UNESCO Global Geopark Karawanken verbinden den Höhlenbesuch mit der Landschaft beiderseits der österreichisch-slowenischen Grenze. Der Geopark Karawanken zählt zu den grenzüberschreitenden Naturzielen Kärntens.
Vom Höhlensystem zur regelmäßigen Führung
1985 führte Peter Kuneth den Biologen Peter Haderlapp erneut in die Höhlen. Zwei Jahre später entstand der Verein Obir-Tropfsteinhöhlen. Anschließend wurden Zufahrt, Betriebsgebäude und Steiganlagen für Besucher vorbereitet. Im April 1991 begann die regelmäßige Erschließung als Schauhöhle. Die Entwicklung zeigt, wie aus einem Bergbauzugang und einem dokumentierten Höhlensystem ein geführtes Besuchsziel wurde. Das Museum Globasnitz widmet sich archäologischen Funden aus Südkärnten.
Angaben zu Karten, Anreise, Führungen und Reservierungen veröffentlicht der Betreiber auf der offiziellen Seite der Obir-Tropfsteinhöhlen.
Fragen zur Obir-Tropfsteinhöhle
Seit wann gibt es eine Forschungsstation im Höhlensystem?
Seit 1998 wird im nichtöffentlichen Teil der Höhlen eine Forschungsstation betrieben.
Welche Technik wurde später in der Schauhöhle ergänzt?
Der Betreiber nennt für 2004 Licht-, Ton- und Videoinstallationen und für 2007 die erste HDTV-Projektion in einer Höhle.