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Freilichtmuseum Heft in Hüttenberg

Das Freilichtmuseum Heft bewahrt die Hochöfen und Werkbauten eines bedeutenden Eisenwerks im oberen Görtschitztal. An der Erzbahn und den Produktionsgebäuden lässt sich der industrielle Ausbau Hüttenbergs im 19. Jahrhundert nachvollziehen; die Anlage wurde 1995 um eine moderne Architektur für die Kärntner Landesausstellung ergänzt.

Hüttenberg Ruine des Eisenwerks in Lölling, Hüttenberg; neutrales Hüttenberg-Symbolbild, kein Heft-Motiv Foto: gemeinfrei

Fakten zum Eisenwerk Heft

  • Die historische Eisenwerksanlage liegt im Ortsteil Heft der Marktgemeinde Hüttenberg, an der Adresse Heft 1.
  • Der Hochofenbau begann 1857 unter der Compagnie Rauscher.
  • Das Werk erhielt 1882 den Hochofen Eduard; 1908 wurde dieser als letzter Hochofen Kärntens stillgelegt.
  • Die Hochöfen Johann-Ernst und Pulcheria sind als Holzkohlehochöfen im klassizistischen Stil erhalten.
  • Für die Landesausstellung „Grubenhunt und Ofensau“ entstand 1995 eine Glas-Stahl-Konstruktion nach Plänen von Günther Domenig.

Erzbahn und Werksausbau

Der Ausbau der Heft begann 1857. Die Compagnie Rauscher errichtete die Öfen Johann-Ernst und Pulcheria sowie ein Maschinenhaus, ein Kohlemagazin und einen Erzbunker. Von der Barbarabremse wurde das Erz über eine zeitgleich angelegte Erzbahn zum Bunker gebracht. Der alte Schrägaufzug am Berg ist ebenfalls noch erkennbar; über ihn wurde Erz zu Tal befördert.

1869 vereinigten sich die Compagnie Rauscher, Dickmann-Secherau und weitere Hüttenberger Gewerkschaften zur Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft (HEWG). Die neue Gesellschaft investierte und baute um; 1881 übernahm die Österreichische Alpine Montangesellschaft die HEWG. Die Geschichte der Heft gehört damit in einen größeren Umbau der regionalen Eisenindustrie, in dem mehrere lokale Unternehmen zusammengeführt und die Produktionsanlagen weiterentwickelt wurden.

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Hochöfen, Ausstellung und Architektur

Der Hochofen Eduard wurde 1882 von der HEWG errichtet. Technischer Fortschritt und die wirtschaftliche Lage führten 1908 zu seiner Stilllegung; er war der letzte Hochofen Kärntens. Die beiden älteren Holzkohlehochöfen Johann-Ernst und Pulcheria sowie die weiteren Verarbeitungsanlagen prägen heute das Freilichtmuseum. Ihre Lage und Bauform machen die Dimension eines Eisenwerks im Gelände lesbar.

1995 beherbergte die Heft die Kärntner Landesausstellung „Grubenhunt und Ofensau“. Dafür verband Günther Domenig die historische Bausubstanz mit einer schwebenden Glas-Stahl-Konstruktion. So sind an der Heft sowohl Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts als auch ein späterer architektonischer Eingriff zu sehen. Die Heft zählt zu den größten historischen Eisenwerksanlagen Europas aus dem 19. Jahrhundert.

Im selben Hüttenberg widmet sich das Heinrich-Harrer-Museum der Biografie und den Reisen des gebürtigen Knappenbergers; die Ortsgeschichte reicht vom Erzbergbau bis zu diesen internationalen Lebenswegen. In Friesach vermittelt der Burgbau mittelalterliche Bautechniken anhand eines laufenden Bauprojekts. Diese Orte ergänzen die historischen Bauwerke und Industriegeschichte Kärntens um konkrete Arbeits- und Ortsgeschichten.

Häufige Fragen zur Heft

Was endete 1978 in Hüttenberg?

1978 wurde der Erzbergbau in Hüttenberg endgültig eingestellt. Das Datum bezeichnet das Ende des Erzabbaus in der Region; der letzte Hochofen der Heft war bereits 1908 stillgelegt worden.

Was bewirkte der Floßofen in der Hüttenberger Eisenindustrie?

Der Floßofen ermöglichte erstmals einen regelmäßigen Schmelzbetrieb und sparte Eisen und Kohle. Ein solcher Ofen wurde im 18. Jahrhundert in der Schottenau durch die Compagnie Rauscher errichtet.