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Obir-Tropfsteinhöhle: Geologie und Besuch

Die Obir-Tropfsteinhöhle liegt am Hochobir bei Bad Eisenkappel in den Karawanken. Sie verbindet eine unterirdische Karstlandschaft mit der Bergbaugeschichte der Region: Bergleute entdeckten die Naturhöhle 1870 beim Vortrieb des Markusstollens.

Obir Tropfsteinhöhle Obir Tropfsteinhöhle Foto: Sabine Wiedamann

Obir-Tropfsteinhöhle: fünf Fakten

  • Die Höhle liegt im Wettersteinkalk des Hochobir-Massivs nahe Bad Eisenkappel.
  • Bergleute stießen beim Vortrieb des Markusstollens auf die Naturhöhle.
  • Karstwasser löst Kalkgestein und lagert später gelösten Kalk als Kalziumkarbonat wieder ab.
  • In der Höhle herrschen ganzjährig etwa 8 °C; eine warme Schicht und rutschfestes Schuhwerk sind sinnvoll.
  • Die Schauhöhle zeigt neben Tropfsteinen auch Excentriques, Kalzitkristalle und einen Sintersee.

Wie Karstwasser Hohlräume und Tropfsteine formt

Das Gestein am Hochobir besteht in diesem Bereich aus Wettersteinkalk, einem Kalkgestein, das Wasser aufnehmen und weiterleiten kann. Niederschlag dringt durch Klüfte und Spalten in den Berg ein und bewegt sich unterirdisch in Richtung Vellachtal. Dabei löst das Wasser Kalk aus dem Fels. Über lange Zeit erweitert dieser Vorgang die unterirdischen Wege und Hohlräume. Karst beschreibt eine Landschaft, deren Formen wesentlich durch die Lösungswirkung des Wassers auf kalkhaltiges Gestein entstehen; ihr Wasser fließt zum Teil unter der Oberfläche statt in offenen Bächen.

In der Höhle kann gelöstes Kalzium mit dem Wasser transportiert werden. Wenn sich die Bedingungen ändern und das Wasser Kohlendioxid abgibt, fällt gelöstes Kalziumkarbonat aus und bildet dünne Kalkschichten. Viele solcher Ablagerungen wachsen über lange Zeit zu Tropfsteinen. Ein Stalaktit hängt von der Decke, ein Stalagmit wächst vom Boden nach oben. Berühren sich beide Formen, entsteht eine Säule. Sinterfahnen bilden sich entlang des Wasserlaufs an einer Wand. Für die Obir-Höhle sind außerdem Excentriques, Kalzitkristalle und ein Sintersee beschrieben. Diese unterschiedlichen Formen zeigen, dass mineralhaltiges Wasser nicht nur Tropfen, sondern verschiedene Ablagerungsmuster hinterlässt.

Die Lage im Geopark Karawanken verbindet das Höhlensystem mit einer größeren Wasserlandschaft. Das Wasser, das am Berg in Spalten verschwindet, wird im unterirdischen Abfluss weitergeleitet; die Karstgewässer des Geoparks Karawanken fließen unterirdisch in Richtung Vellachtal. Die Höhle ist damit zugleich ein Beispiel für die langsame Veränderung des Kalkgebirges und für einen Wasserweg, der an der Oberfläche kaum sichtbar ist. Neben dem Karst am Hochobir prägen weitere Naturparks und Landschaften Kärntens die regionale Vielfalt.

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Temperatur und festes Schuhwerk

Die Höhle bleibt ganzjährig bei etwa 8 °C. Eine zusätzliche warme Kleidungsschicht ist daher unabhängig von der Temperatur im Tal nützlich. Feuchte Stellen können den Weg rutschig machen, weshalb festes Schuhwerk mit gutem Halt passt. Diese Bedingungen prägen den Besuch stärker als die Jahreszeit an der Oberfläche.

Die Obir-Tropfsteinhöhle gehört zu den Höhlen und Schauhöhlen Kärntens, deren Formen durch Wasser und Kalkgestein geprägt sind.

Fragen zum Besuch der Obir-Höhle

Wie lange dauert die Erlebnisreise?

Für Transfer und Besuch zusammen sind ungefähr drei Stunden vorgesehen. Rund eineinhalb Stunden davon entfallen auf die Höhlenbesichtigung.

Wie gelangt man zum Höhleneingang?

Der Höhlenbus fährt von Bad Eisenkappel zum Eingang. Die Höhle wird ausschließlich im Rahmen einer Führung besichtigt.

Ab welchem Alter ist die Besichtigung möglich?

Kinder können ab vier Jahren an der Höhlenbesichtigung teilnehmen.