Ossiacher See und Bleistätter Moor
Der Ossiacher See verbindet eine weite Wasserfläche mit einem markanten östlichen Feuchtgebiet. Zwischen Gerlitzen, Ossiacher Tauern und dem Tiebel-Mündungsraum liegen klassische Seeufer ebenso wie ein Moor, das auf einem ausgewiesenen Rundweg zu Fuß erkundet werden kann.
Der Ossiacher See ist nicht nur für menschliche Gäste ein Paradies...
Foto: Saskia Epler
Ossiacher See: vier Fakten
- Der KIS-Bericht 2009 führt den See mit 10,79 Quadratkilometern als Kärntens drittgrößten See.
- Die ausgewiesene Uferlänge beträgt rund 25 Kilometer.
- Die dokumentierte Seehöhe liegt bei 501 Metern.
- Der KIS-Bericht 2009 nennt ein Einzugsgebiet von 162,91 Quadratkilometern.
Seelandschaft zwischen mehreren Gemeinden
Ossiach ist eine Gemeinde am Seeufer; der See selbst reicht über diesen Ortsnamen hinaus. Das Gemeindeprofil von Steindorf beschreibt die südöstliche Grenze entlang der Tiebel bis zur Mündung sowie einen westlichen Grenzabschnitt bis in die Seemitte bei St. Urban. Südlich davon liegt die Gemeinde Ossiach. Diese Uferbezüge machen den See zu einem regionalen Raum, der mehrere Orte und Gemeinden miteinander verbindet.
Auch das Einzugsgebiet reicht deutlich über die Ufergemeinden hinaus. Der KIS-Bericht von 2009 nennt kleine Bäche von der Gerlitzen als weitere Zuflüsse des Sees. Das Seebecken liegt zwischen bewaldeten Hängen der Gerlitzen im Norden und dem Ossiacher Tauern im Süden. Laut der Studie ist die Mulde in altes kristallines Gestein eingeschnitten und teilweise von eiszeitlichem Schotter bedeckt. Steile Hänge, Seebecken und Moor bilden daher auf engem Raum unterschiedliche Landschaftsformen.
Wasserökologie im östlichen Seebecken
Im Ostbecken trifft der Zufluss aus dem weiteren Einzugsgebiet auf den Mündungsraum des Bleistätter Moors. Das Moor wurde über Jahrzehnte entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Ein Bericht des Kärntner Instituts für Seenforschung dokumentiert die ökologische Sanierung dieses Bereichs: Links und rechts der Tiebel entstanden zwischen 2016 und 2018 Absetzbecken, die Schwebstoffe zurückhalten und den Eintrag in den See verringern sollen. Am Mündungsbereich wurden zudem rund 75 Hektar aus der Bewirtschaftung genommen und größtenteils geflutet.
Der KIS-Bericht „Ossiacher See – Bleistätter Moor, fünf Jahre nach Fertigstellung“ gibt den Stand 2023 wieder. Er beschreibt die Polderfläche und die Wasserführung über Pumpen und Absetzbecken. Damit verbindet sich am Ostende des Sees ein konkretes Beispiel für Gewässerschutz und Moorentwicklung. Die Strukturen des Projekts verbinden Wasserreinigung, Hochwasserschutz und die Rückführung vormals bewirtschafteter Flächen in einen Feuchtlebensraum.
Slow Trail am Bleistätter Moor
Der Slow Trail führt durch das Feuchtgebiet am Ostufer des Ossiacher Sees. Kärnten Werbung beschreibt zwei Varianten, die überwiegend auf Schotter verlaufen; kurze Abschnitte sind asphaltiert oder führen über Waldboden. Sitzbänke, Hängematten und Aussichtsplattformen bieten Rast- und Beobachtungspunkte an Röhrichtflächen, Gräben und offenen Moorbereichen. Die Route ergänzt den Seeurlaub um eine Naturbeobachtung an Land: Der Weg führt durch den Landschaftsraum des Tiebelzuflusses und macht den Übergang vom Seeufer zum Feuchtgebiet gut erlebbar.
See und Moor bieten unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Gewässersystem: Vom Ufer blickt man über die offene Wasserfläche, auf dem Trail führt der Weg durch das Feuchtgebiet am Zufluss. Der Ossiacher See gehört zum Wasserreich Kärnten mit seinen großen Seen und Feuchtgebieten. Der Wörthersee ist ein weiteres großes Gewässer der Region. Zum Wassererlebnis See gehören am Ossiacher See sowohl die offene Wasserfläche als auch die Uferwege durch das Bleistätter Moor.
Häufige Fragen zum Ossiacher See
Wie unterscheiden sich die Varianten des Slow Trails?
Variante A ist 7,3 Kilometer lang und überwindet 17 Höhenmeter. Die zweite, 6,1 Kilometer lange Variante B verbindet Steindorf mit Ossiach und führt über 89 Höhenmeter. Für beide nennt Kärnten Werbung ungefähr zwei Stunden Gehzeit. Der Untergrund besteht überwiegend aus Schotter, mit Asphalt bei der ersten und Waldboden bei der zweiten Variante. Damit lässt sich die Moorwanderung je nach gewünschtem Streckenprofil auswählen.