Burg Sommeregg in Seeboden
Burg Sommeregg oberhalb von Seeboden verbindet mittelalterliche Herrschaftsgeschichte mit Museum und Veranstaltungen. Ihre Geschichte reicht von der ersten urkundlichen Erwähnung im 13. Jahrhundert bis zur Restaurierung im 20. Jahrhundert; heute ergänzen die Ritterspiele im August das Besuchsangebot des Burgortes.
Ein Besuch auf der Burg Sommeregg in Seeboden ist sehr interessant für Familien
Foto: Saskia Epler
Burg Sommeregg auf einen Blick
- Die Burg liegt bei Seeboden am Millstätter See.
- Frühere Hinweise datieren ihre Existenz auf etwa 1187; urkundlich erwähnt ist sie 1237.
- 1275 wurde auf der Burg ein Heiratsvertrag zwischen den Grafenhäusern Görz und Ortenburg geschlossen.
- Die Familie Lodron besaß die Herrschaft ab 1651 bis 1932.
- Elfi und Andreas Egger erwarben und restaurierten die zunehmend verfallene Anlage 1969.
Herrschaftssitz über dem Millstätter See
In ihrer frühen Geschichte gehörte Sommeregg den Grafen von Ortenburg und diente ihnen als militärischer Stützpunkt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus 1237; ältere Hinweise reichen bis etwa 1187 zurück. 1275 wurde hier der Heiratsvertrag zwischen Graf Albert von Görz und Gräfin Euphemia von Ortenburg-Hardegg unterzeichnet. Diese Episode macht die Burg auch zu einem Ort politischer und dynastischer Begegnungen.
Nach dem Aussterben der Ortenburger 1418 gelangte die Herrschaft an die Grafen von Cilli. Durch Andreas von Graben kam die Burg 1442 in den Besitz der Herren von Graben, die sie zum Familiensitz ausbauten. Ungarische Truppen eroberten und zerstörten Sommeregg 1487; anschließend wurde sie wiederhergestellt. Im 16. Jahrhundert übernahm Christoph Khevenhüller die Herrschaft. Ab 1651 gehörte sie Katharina von Lodron und danach der Familie Lodron bis ins 20. Jahrhundert.
Im 20. Jahrhundert verfiel die Burg zusehends. Elfi und Andreas Egger erwarben und restaurierten die Anlage 1969. Die Restaurierung bildet einen wichtigen Teil ihres heutigen Erscheinungsbilds; hinzu kamen Museums- und Veranstaltungsnutzungen, die unterschiedliche historische Themen für Besucher erschließen.
Das Foltermuseum und seine historische Einordnung
Das Foltermuseum befindet sich in einem früheren Rittersaal und erstreckt sich über zwei Etagen. Mehr als 100 Exponate und erläuternde Texte stellen die Rechtsgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit dar. Historische Repliken zeigen Instrumente und Praktiken, mit denen Gewalt als Strafe oder zur Erzwingung von Aussagen eingesetzt wurde. Die Ausstellung ordnet diese Gegenstände in Rechts- und Gesellschaftsgeschichte ein und behandelt auch den Einsatz von Folter in der Gegenwart.
Ein regionaler Bezug ist der Prozess gegen Kaspar Haintz, den sogenannten Wettermacher von Matzelsdorf. Er wurde 1653 in Gmünd wegen angeblicher Wettermacherei enthauptet, nachdem er unter Folter zu 114 Fragen gestanden hatte. Der Fall gehört zu den letzten Hexenprozessen Kärntens, deren Ursprung laut Museumsgeschichte mit Burg Sommeregg verbunden ist.
Ritterspiele und kulturelle Umgebung
Seit 1997 finden die Ritterspiele jährlich im August statt. Ritterturniere mit Reitern in voller Rüstung bilden den Höhepunkt; beim Mittelaltermarkt ergänzen Handwerksstände, alte Gewerke, Spiele, Musik und Vorführungen das Programm.
Oberhalb von Seeboden und nahe dem Millstätter See liegt die Burganlage. Die Burg Taggenbrunn ist ein weiteres Kärntner Burgenziel.
Häufige Fragen zur Burg Sommeregg
Wann ist das Foltermuseum geöffnet?
Ab April ist das Museum von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Von November bis März sind Besuche auf Anfrage für Gruppen ab 25 Personen möglich. Das Burgareal wird von April bis Oktober als Besuchsort geführt.
Wie lange dauert eine Führung durch das Museum?
Eine Führung dauert ungefähr eine Stunde. Sie ist besonders für Gruppen vorgesehen und muss vorab gebucht werden.
Saskia Epler