Zum Inhalt

Ruine Hohenburg in Oberdrauburg

Die Ruine Hohenburg steht auf dem Rosenberg oberhalb von Oberdrauburg im Oberen Drautal. Ihr Bergfried und die rechteckige Grundform prägen die mittelalterliche Anlage über dem Drauraum. Die Marktgemeinde Oberdrauburg besitzt und betreut die Ruine; aus dem Ortszentrum veranschlagt sie den Fußweg mit etwa 20 bis 30 Minuten.

Ruine Hohenburg in Oberdrauburg Einen Blick in das spannende Mittelalter erlaubt die Ruine Hohenburg in Oberdrauburg Foto: Saskia Epler

Ruine Hohenburg: fünf Fakten

  • Die Burg wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt.
  • Sie liegt auf einem Hügel nördlich des Ortszentrums von Oberdrauburg.
  • Der Grundriss der Anlage ist annähernd quadratisch.
  • Der Bergfried diente ursprünglich auch als Wohnturm.
  • Die Marktgemeinde Oberdrauburg ist Eigentümerin und hat die Ruine restauriert.

Burg am alten Weg durch das Drautal

Hohenburg lag auf dem Rosenberg an einem strategisch wichtigen Abschnitt des Drauraums. Eine alte Römerstraße führte in Richtung Aguntum bei Lienz; die erhöhte Position bot zudem einen weiten Blick über die Drauschleife bis zu den Schutzanlagen von Flaschberg und Stein. Als Signalposten verband die Burg diese Befestigungen. Auch heute folgt der Drauradweg dem Talraum, in dem die Hohenburg über dem Verkehrsweg liegt.

Die Anlage besitzt einen annähernd quadratischen Grundriss und einen mächtigen Bergfried, der früher als Wohnturm genutzt wurde. Zu den erhaltenen Teilen gehören das Westtor, ein runder Nordostturm und ein nahezu quadratisches Turmhaus. Die steinerne Ringbefestigung und das Turmhaus stammen aus dem späten 15. Jahrhundert. Reste der West-, Süd- und Ostwand des Turmhauses sind noch vorhanden; das Erdgeschoss hatte Tonnengewölbe. Das Ringmauerwerk besteht aus Bruchsteinen ohne waagerechte Schichtung. Ein historische Wegtrasse führt aus Richtung Westnordwest auf das Westtor zu. Im Inneren teilt eine Quermauer den Bau von Nord nach Süd; der Turmhausrest lässt auf mindestens drei Obergeschosse schließen. Das Hohenburger Turmhaus gehört zu den markanten Burganlagen Kärntens.

Die Besitzgeschichte spiegelt die wechselnden Herrschaftsverhältnisse im Drauraum. Hohenburg gehörte zunächst den Ortenburgern; nach dem Aussterben der Familie kam es 1418 an die Grafen von Cilli und 1460 an die Habsburger. Die Herren von Hohenburg saßen mehr als ein Jahrhundert auf der Burg. Nach Heinrichs Tod 1619 fiel der Besitz an seine Tochter Elisabeth, die ihn an Balthasar von Aschau verkaufte. 1729 erwarb Freiherr von Sternbach die Burg; 1842 ging sie an Anton Pichler über.

Zur Burganlage gehörten auf der Hochterrasse auch ein alter Meierhof und die Kapelle Maria-Hilf. Der zentrale Bau und der weite Blick über die Drauschleife verbanden Wohn- und Befestigungsfunktion mit der Kontrolle der Talroute. Bis in das 19. Jahrhundert wurde jährlich der Kirchtag im großen Saal des Bergfrieds gefeiert. Der Turm stürzte 1911 ein; der Verfall der Burg hatte im 19. Jahrhundert eingesetzt. Die Marktgemeinde leitete Sanierung und Sicherung ein; heute finden auf dem Gelände kulturelle Veranstaltungen statt.

Anzeige

Häufige Fragen zur Ruine Hohenburg

Wie kam die Ruine in den Besitz der Marktgemeinde?

Die Familie Pichler schenkte die Hohenburg 1975 an die Marktgemeinde Oberdrauburg. Die Gemeinde betreut die Ruine heute und sicherte sie für kulturelle Veranstaltungen.

Saskia Epler