Hüttenberg: Kärntner Eisen und Knappengeschichte
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Hüttenberg liegt im oberen Görtschitztal in Mittelkärnten. Erzbergbau und Eisenverarbeitung prägten die Gemeinde über Jahrhunderte: Römerzeitliche Schmelzplätze, wassergetriebene Öfen, Hochöfen und ein langer Bergarbeiterkampf gehören zu ihrer Geschichte.
Ruine des Eisenwerks in Lölling , Hüttenberg
Foto: gemeinfrei
Hüttenberg auf einen Blick
- Die Marktgemeinde liegt im oberen Görtschitztal zwischen etwa 700 und 2.000 Metern Seehöhe.
- Hüttenberg wurde 1266 als „Huttenberkch“ erstmals urkundlich genannt.
- Ferrum Noricum, das Hüttenberger Eisen, war im Römischen Reich geschätzt.
- Der Erzbergbau in Hüttenberg endete 1978.
Vom Erz zu Eisen: eine lange Montangeschichte
Überreste römischer Schmelzgruben und Windöfen wurden unter anderem in Lölling und Obersemlach gefunden. Später standen Stucköfen in den Tälern; Wasserkraft bewegte ihre Blasebälge. Mit den Floßöfen wurde regelmäßiges Schmelzen möglich. Ein solcher Ofen aus dem 18. Jahrhundert ist in der Schottenau erhalten.
Der Bergbau veränderte auch das Arbeitsleben. Knappen erhoben sich wiederholt gegen schlechte Bedingungen; 1712 kam es zu einem Streik auf der Kreuztratte. Maria Theresias Knappenfreiheitsbrief von 1742 fasste die Rechte und Freiheiten der Bergleute zusammen. Nach einem weiteren Konflikt auf der Kreuztratte 1759 folgten neue bergrechtliche Regelungen. Technik und Arbeitsrechte bilden so zwei eng verbundene Seiten der Hüttenberger Geschichte.
Die Hochöfen der Heft
Der Bau der Hochöfen in der Heft begann 1857. Zur Anlage gehörten die Öfen Johann-Ernst und Pulcheria, ein Maschinenhaus, ein Kohlemagazin und ein Erzbunker. Eine Erzbahn brachte das Erz von der Barbarabremse zum Bunker. Der Hochofen Eduard kam 1882 hinzu und wurde 1908 als letzter Kärntner Hochofen stillgelegt.
Heute sind Johann-Ernst und Pulcheria mit moderner Architektur von Günther Domenig verbunden. Die Landesausstellung „Grubenhunt & Ofensau“ fand 1995 in der Heft statt. An der baulichen Anordnung lässt sich der Produktionsweg ablesen: Erztransport, Lagerung und Verhüttung lagen innerhalb einer zusammenhängenden Industrieanlage.
In Lölling kamen weitere Öfen hinzu: Der Johannaofen wurde 1822 errichtet, Eugenofen und Albertofen folgten 1839 und 1846. Für den Erztransport zu den Öfen ließ Eugen Dickmann-Secherau erstmals Eisenbahnschienen einsetzen. 1869 schlossen sich Hüttenberger Gewerkschaften zur Hüttenberger Eisenwerksgesellschaft zusammen; im selben Jahr wurde auch die Bahnstrecke von Mösel nach Hüttenberg verlängert. Nach der Übernahme durch die Alpine Montangesellschaft 1881 wurden die Eisenwerke schrittweise geschlossen.
Hüttenberg gehört zur Region Mittelkärnten, Gurktal und Zollfeld; das obere Görtschitztal bildet darin den bergbaulich geprägten nördlichen Abschnitt. Zwischen den Ortsteilen Heft, Knappenberg, Lölling und Schottenau liegen unterschiedliche Zeugnisse dieser Industriegeschichte.
Fragen zu Hüttenberg
Was zeigt der Erbstollen in Knappenberg?
Der 900 Meter lange Erbstollen stammt aus dem Jahr 1567. Nach dem Ende des Bergbaus wurde das Schaubergwerk 1980 eröffnet; dort werden Abbaumethoden, Maschinen, Wetterführung und Erzförderung erklärt.
Wie ist der Reiftanz mit dem Bergbau verbunden?
Der Reiftanz geht auf die Bergbauzeit zurück und gehört zum überlieferten Knappenbrauchtum. Er findet alle drei Jahre am Sonntag nach Pfingsten statt.
Welche Verbindung hat Hüttenberg zu Heinrich Harrer?
Harrer wurde 1912 in Knappenberg geboren. Das Heinrich-Harrer-Museum behandelt seine Expeditionen und seine Zeit in Tibet; gegenüber dem Museum verläuft der Lingkor, ein tibetischer Pilgerpfad.